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Tuffsteinzentrum Weibern

Die Erfolgsgeschichte eines einheimischen Rohstoff

Vulkanausbrüche zahlreicher Bimsvulkane vor rund 400.000 Jahren hinterließen im gesamten Tal um die Ortschaft Weibern Ablagerungen von Ascheströmen und Glutwolken. Diese Materialablagerungen verfestigten sich unter Eigendruck und dem Einfluss von Grundwasser zu Tuffgestein mit einer Materialmächtigkeit von über 35 m. Bereits in der Keltenzeit scheint Tuff aus Weibern für Kultmale bildhauerisch bearbeitet worden zu sein. Die Römer nutzten das helle, leicht zu bearbeitende Gestein als Bau- und Werkstein. Ab dem frühen Mittelalter wurde der Tuff vorwiegend für filigrane Steinmetzarbeiten in Kirchen an den Rhein transportiert und von dort aus zum Teil auf Schiffe umgeladen. So findet man den Stein heute sowohl im Dom zu Bremen, als auch in den Großgewölben des Kölner Doms wieder.

Nachdem die Steinindustrie Ende des 19. Jahrhunderts einen boomenden Wirtschaftszweig mit dutzenden von Firmen und einigen hundert Angestellten darstellte, ist zurzeit nur noch ein einziges Unternehmen vor Ort tätig. Im Ortskern von Weibern zeugen viele Tuffsteinbauten von der Handwerkskunst und den Fertigkeiten heutiger und vergangener Generationen. Das Tuffsteinzentrum in Weibern informiert rund um das Thema Tuff.

Zum Tuffsteinzentrum gehören das Weiberner Schaufenster, das Weiberner Steinsägehaus, die Museumsinsel und der Steinmetzbahnhof mit Tuffstein- Museum. Neben Steinmetzvorführungen werden sowohl Führungen durch die Steinbrüche, das Tuffsteinzentrum und das kleine Museum, als auch Steinhauerkurse für Laien oder für Kinder angeboten.

Großes Tuffsteinfest in Weibern

Fest für die ganze Familie am 10. Juni 2012

Alle zwei Jahre ist es so weit. Erstmalig im Jahr 2002 veranstaltet, erfreut sich das zweijährig stattfindende Tuffstein-Fest der Gemeinde Weibern bei Gästen aus Nah und Fern enormer Beliebtheit. Kein Wunder, denn ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, dieses Fest verspricht jedesmal ein erlebnisreicher Familienausflug für Jung und Alt zu werden.

Tuffsteinfest


Auf dem bekannten Handwerker- und Künstlermarkt werden der Steinhauerverein sowie Firmen aus Weibern und den Nachbarorten das Steinmetzhandwerk präsentieren. Zudem demonstriert der Steinhauerverein das Sägen von Steinen mit einer alten Steinsäge aus dem Jahre 1939, das Drehen von Balustraden auf einer historischen Drehbank sowie das Schmieden von Steinmetzwerkzeug in der vereinseigenen Schmiede des Steinhauervereins. Neben dem Steinmetzhandwerk zeigen Handwerker anderer Gewerke ihr Können.

Viele Verkaufsstände mit selbst hergestellten Produkten bereichern den Handwerkermarkt. Auch eine Ausstellung herrlich hergerichteter Oldtimer ist zu besichtigen. Und kleine “Nachwuchssteinmetze“ dürfen selbstverständlich fleißig mit Hammer und Meißel ihre jungen Talente unter Beweis stellen.

Natürlich ist auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt, u.a. kann der Gaumen mit selbst gebackenen Kuchen und Waffeln sowie herzhafte Flammkuchen verwöhnt werden. Rustikal geht’s zu, wenn ein Schwein vor Ort auf dem Spies gegrillt wird.

Wer schon immer einmal an einer Führung durch die Tuffsteinbrüche teilnehmen wollte, bekommt die Gelegenheit dazu. Treffpunkt ist der Infostand am alten Kran. Hierbei erklären die kundigen Steinmetze ihren Berufsstand aus der Sicht ihrer Lehrzeit in den 50er Jahren.

Zur gleichen Zeit startet eine Dorfführung durch den historischen Ortskern, geführt von dem passionierten Historiker Heinrich Müller-Betz. Durch die Recherche für sein Buch der “Godelscheider Tuff“ weiß er viel zu erzählen aus der Geschichte des Tuffsteinortes.